Seeheilbad Boltenhagen in Mecklenburg

Boltenhagen gilt nach Heiligendamm als zweitältester Badeort an der mecklenburgischen Ostseeküste. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte sich Boltenhagen aus lediglich 10 Höfen zusammen. Der Ausbau zu dem heutigen Ostseebad und beliebten Kurort verdankt die Stadt seiner natürlichen Lage: Boltenhagen erstreckt sich am Südrand der langläufigen Boltenhagener Bucht und kennzeichnet sich durch einen vier Kilometer langen und steinfreien Strand. Zwischen Wäldern und Feldern gelegen, schafft der Ort abwechslungsreiche Möglichkeiten der Erholung, besonders auch für Familien und naturverbundene Urlauber.

Der Startschuss für Boltenhagen als Badeort fiel 1803 als Graf Bothmer, der auf seinem Schloss im nahen Klütz wohnte, einen Badekarren für seine Familie am Strand aufstellte. Diesem Badekarren sollten in den folgenden Jahren schnell weitere folgen und 1810 kamen die ersten auswärtigen Badegäste zu Besuch, die aber noch in Klütz untergebracht wurden. Im Jahr 1838 entstand dann das erste Hotel mit 17 Logierzimmern und im Jahr 1845 das Kurhaus "Großherzog von Mecklenburg".

  • Um 1850 verzeichnete Boltenhagen bereits 600 Gäste und nach und nach entstehen weitere Pensionen.
  • 1861 wurde der 1. Verschönerungs­verein gegründet, durch den die heutige Strandpromenade und mehrere Ruheplätze angelegt wurden.
  • Im Jahr 1868 erhielt Boltenhagen die erste eingenständige Gemeinde­verwaltung, welche auch die Bad­verwaltung übernahm.
  • 1872 wurde Boltenhagen an einem kalten Novembertag fast vollständig durch eine Sturmflut zerstört und konnte nur durch eine Vielzahl an Spenden aus dem ganzen Land wieder aufgebaut werden. Ein Hochwasserstein an der Kapelle erinnert noch heute an die Katastrophe und zeigt den Wasserstand der Flut an. 
  • Etwa im Jahr 1880 wurden die ersten "Urlaubsdampfer" vor dem Strand gesichtet. Die Besucher wurden noch mit Fischerbooten "ausgebootet"; eine Seebrücke musste her.
  • 1911 wurde die 300 Meter lange Seebrücke dann gebaut und fiel 1941 den Eismassen in einem kalten Winter zum Opfer.
  • Am 8. Juli 1976 wurde Boltenhagen zum "Staatlich anerkannter Erholungsort"
  • 81 Jahre nach der ersten Seebrücke wurde 1992 die neue 290 Meter lange Seebrücke errichtet und am Boltenhagener Strand wurde das erste Mal die "Blaue Flagge" gehisst, eine Auszeichnung für hohe Wasserqualität und einen hohen Standard bei Sicherheit und Ordnung.
  • Am 20. März 1998 erhielt Boltenhagen den Titel "Staatlich anerkanntes Seeheilbad".
  • Das neu errichtete Kurhaus wurde im Jahr 2000 seiner Bestimmung übergeben. 
  • 2002 wurden die neue Konzert­muschel und die Trinkkurhalle eingeweiht.
  • Im Jahr 2005 tauchte in Boltenhagen ein neues Wahrzeichen auf: eine Meerjungfrau saß seit dem Neujahrstag auf einem Stein in der Ostsee am Strand. Keiner wusste, wer die lebensgroße Bronzeskulptur in Auftrag gegeben hat.
  • Ein Jahr später entbrannte ein Rechtsstreit um die Meerjungfrau. So heimlich wie die Nixe erschienen war, verschwand sie in der Nacht zum 27. Februar auch wieder.
  • Seit 2008 gibt es einen neuen Hafen für Skipper, Wasserwanderer und Berufsfischer, die "Marina Boltenhagen", auf dem Gelände des ehemaligen militärischen Versuchs­flughafens Tarnewitz. Der erste Spatenstich erfolgte am 11. September 2006. Die neue Hafenanlage steht seit Saisonbeginn 2008 zur Verfügung. Eine neue Ferienanlage mit zwei neu eingerichteten Hotels und Häusern an der Boltenhagener Bucht "Weiße Wiek" ist ebenfalls eingeweiht worden.