Steinzeitdorf Kussow

Ein lebendiges Geschichtsbild unserer Vorzeit wird mittels jungsteinzeitlicher Hausrekonstruktionen und mittelsteinzeitlichen Hütten präsentiert

Vor mehr als 20 Jahren öffnete das Steinzeitdorf Kussow in der Nähe des Ostseebades Boltenhagen seine Tore für geschichtsinteressierte Gäste. Hier wurde ein steinzeitlicher Siedlungsplatz nachgebaut, der als Freilichtmuseum Besucher in den kleinen Ort lockt. Das zwei Hektar große Areal umfasst drei jungsteinzeitliche Häuser, ein Lagerhaus sowie mittelsteinzeitliche Hütten und zeigt alte Haustierrassen wie Wollschweine und Soay-Schafe. Hier können Gäste das Töpfern und Weben ausprobieren und Schüler Geschichtsstunden auf andere Art erleben. Anhand der Hütten und der alten Gefäße und Werkzeuge zeichnet sich für sie ein lebendiges Bild vom Leben in der Steinzeit.

Die Jäger und Sammler, aber auch die ersten Bauern gewannen aus ihrer Umwelt Nahrung, Baustoffe und Werkzeuge. Dies ist ein Versuch, den Wandel von Wirtschaft und Umwelt von der Mittelsteinzeit zur Jungsteinzeit zu veranschaulichen.

Oberhalb der Wasserstelle wurden Behausungen der mittleren Steinzeit aufgrund von archäologischen Befunden und ethnologischen Beobachtungen im Versuch rekonstruiert.

Die Mittelsteinzeit, das sogenannte Mesolithikum, begann etwa 8000 Jahre vor unserer Zeitrechnung, nachdem die letzte große Eiszeit vorbei war. Mit dem Abschmelzen des Eises in unserer Region veränderte sich die Landschaft stark. Die karge, baumlose Vegetation nach den Eiszeiten wich einem lichten Waldbewuchs aus Birke, Kiefer und Hasel. Später entwickelte sich daraus ein Eichenmischwald, der die Landschaft prägte. Große Herden, wie Rentiere, verloren ihren Lebensraum und die typischen Waldbewohner Rotwild, Damhirsch, Wildschwein und Ur nahmen ihren Platz ein. Die Menschen lebten weiterhin als herumziehende Jäger und Sammler. Großräumige Wanderungen waren mit dem veränderten Nahrungsangebot aus dem Wald nicht mehr lebensnotwendig. So entstanden langfristig aufgesuchte Lagerplätze.