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Schlehe | die Dünen-Früchtchen inkl. tollem Schlehe-Rezept

Wussten Sie, dass die Schlehe im Ostseebad Boltenhagen wächst und gedeiht?
Der robuste Schlehdorn, auch Schwarzdorn genannt, findet sich in verschiedene Landstrichen im Ostseebad. Unter anderem liebt er die sandigen Dünen in Strandnähe und somit ist auch das Ostseebad Boltenhagen ein Heimatort für dieses saure Früchtchen.
Der Schlehdorn zur Gattung Prunus und ist damit direkt verwandt mit der Pflaume und der Kirsche.  Der lateinische Name lautet  Prunus spinosa. (Prunus = römisch Pflaume, spinosa bedeutet dornig)

Bereits im Frühjahr ist der Schlehdorn kaum zu verkennen.  Dichte, weiße Blüten mit je 5 Blütenblättern läuten im März/April den Frühling ein. Sie haben einen erfrischenden Geruch mit leichter Mandel-Note. Das grüne Blätterkleid bildet sich erst nach der Blüte. Die Steinfrüchte bilden sich im Sommer aus und reifen im Spätsommer bis zum Herbst. Gereift haben sie eine blaue Farbe, können aber im Laufe der Fruchtreife fast schwarz werden.

Der sommergrüne, sparrige und sehr dornenreiche Schlehdorn wächst als Strauch oder als kleiner mehrstämmiger Baum. Er wird bis zu 40 Jahre alt und erreicht gewöhnlich eine Höhe von 3 Meter. In seltenen Fällen können auch Exemplare bis 6 m Höhe beobachtet werden. Da die zahlreichen Kurztriebe beinahe im 90°-Winkel von den Langtrieben abstehen, zeigt die Schlehe ein typisch stark verästeltes Erscheinungsbild. Flach verzweigte, bizarre Krüppelformen entstehen durch Wildverbiss oder auch dauerhaft starke Winde und sind insbesondere in den Eichengebüschen der Nordseeküste und den Hängen des Oberrheingrabens anzutreffen.

Die dornigen Sträucher werden bis zu drei Meter hoch.  Die Früchte sind für Mensch und Tier im rohen Zustand nicht genießbar. Der Geschmack ist sehr herb, bitter und sauer. Außerdem wehren sich die kleinen Früchtchen recht erfolgreich gegen Angriffe von außen, durch unzählige Dornen. Wer dennoch auf die Schlehenernte nicht verzichten möchte, sollte unbedingt die ersten Fröste abwarten. Erst dann zeigt sich die Schlehe geschmacklich interessanter, er wird süßer und aromatischer, man kann nun zumindest die Verwandtschaft zur Pflaume und zur Kirsche erahnen. Bei der Ernte sollte man zwingend Handschuhe tragen, damit man die gepflückte Beute mit heiler Haut in Sicherheit bringen kann.

Nachdem man sich die blauschwarzen Früchte erkämpft hat, bieten sich viele Zubereitungs-möglichkeiten. Schlehenlikör, Schlehengelee und -konfitüre, Schlehensirup, Schlehen pikant eingelegt (z. B. für Wildgerichte). Ebenso die Kombination mit anderen Früchten, wie Birnen und Äpfel, zubereitet mit diversen Gewürzen wie z. B. Zimt bilden schmackhafte Leckereien.  Haben Sie schon mal einen Tee aus Schlehenblüten probiert? Einfach nur toll. Selbst in der Kosmetik finden die Schlehen Anwendung. Unsere Omas benutzten Schlehenöl für die Haut und fertigten aus den Früchten Mundwasser.

Aber sind die Schlehen aus dem Ostseebad Boltenhagen auch gesund?

Ja, sogar sehr. Schlehenfrüchte enthalten Gerbsäuren, Fruchtsäuren, Mineralien und Vitamin C. Sie sind eine vitaminreiche Stärkung für das Immunsystem.  Vor allem bei Verdauungsproblemen sind die Schlehen hilfreich, man kann bei derartigen Widrigkeiten sowohl die Blüten als auch die Früchte verwenden.  Weitere Heilwirkungen sind: schleimlösend und krampflösend. Schlehen helfen bei Husten, Hautunreinheiten, Blasenleiden, Verstopfung und… und…. und.

Das Schlehe-Rezept (Likör)

Sie sollten einmal einen leckeren Schlehenlikör herstellen, hier ein schnelles Rezept:

MENGE ZUTAT
200 gr.Reife Schlehen (Achtung: sie müssen schon vorher unbedingt Frost abbekommen haben)
150 gr.Weißer Kandiszucker
1 Stk.Vanilleschote
1 Stk.Flasche Schnaps (Korn, Wodka geht aber auch)

Alle Zutaten in eine Flasche geben und mit dem Schnaps übergießen (Wenn man die Schlehen vorher ein bisschen zerdrückt ist der Geschmack kräftiger). Fest zudrehen und 6 – 8 Wochen an einem dunklen Ort ziehen lassen. Ab und zu sollten Sie das Gefäß schütteln, damit der Kandiszucker sich besser auflöst. Nach der Ruhezeit den Likör durch ein Sieb kippen und in Flaschen abfüllen. Und nun … Genießen!